Quatschen auf der Terrasse
Am letzten schönen Sommerabend des Jahres war Sensor mit dem 22-jährigen Studenten der ALO [Sportakademie] Jeroen Scheuter aus Lichtenvoorde unterwegs. Oft trifft man ihn nicht im Nimwegener Nachtleben an. Aber wenn er auf Tour geht, lässt er es ordentlich krachen.
Von Sander Arink
‘Hey, was machst du denn hier?’ schreit Jeroen Scheuter (22) während er aus dem Fenster des obersten Stockwerks des Ausbildungs- und Beratungszentrums VDO lehnt. Jeroen sieht nämlich einen bekannten Schreiberling (meine Wenigkeit, wie der Narr meint) vorbeilaufen.
Ein paar Wochen zuvor waren Jeroen und er noch Teil einer Gruppe gewesen, die die Ardennen auf dem Mountainbike unsicher machte. Der Schreiberling wurde damals vom 22-jährigen ALO-Studenten ganz schön abgehängt. Jetzt wittert er seine Chance und ködert Jeroen für die SENSOR-Rubrik ‘Unterwegs mit’. Vielleicht kann er ja wenigstens dabei mit Jeroen mithalten...
Er lässt es ruhig angehen
Jeroen lebt nicht in Nimwegen. Er kommt ein paar Mal pro Woche mit der Bahn aus Lichtenvoorde in der Achterhoek-Region, um an seinen Vorlesungen an der HAN [Hochschule von Arnhem und Nijmegen] teilzunehmen. Deshalb ist er nicht jede Woche im nächtlichen Studentenleben anzutreffen. Aber wenn er sich schon vornimmt, in Nimwegen auszugehen, lässt er es ordentlich krachen. ‘Wenn du es schaffst, um die und die Zeit an der und der Adresse zu sein, ist alles bestens’, simst er. Es ist die Adresse einer guten Freundin von ihm, Marlou. Hier übernachtet er ab und an.
Jeroen ist der Typ, der den Abend
gerne ruhig angehen lässt. Erst einmal ein alkoholfreies Getränk, dann
vorsichtig das erste Pils, noch kurz eine SMS versenden und zwischendurch
herumblödeln. Wenn Roel, ein anderer Freund Jeroens, eingetroffen ist, zieht
die Truppe in Richtung Stadt los.
Man hat Glück. An diesem Donnerstag ist das Wetter wunderschön, weshalb Jeroen
und Anhang beschließen, sich auf die Terrasse des Café van Buren in
der Molenstraat zu setzen, um so noch einen letzten Teil des Sommers zu
genießen. Die Gruppe stellt sich als sehr homogen heraus, denn man macht es der
Bedienung nicht sehr schwer: Es wird nur Bier getrunken. Und das ist auch gut
so, denn zwei Kellner sind vollauf mit sich selbst beschäftigt: Wiederholt
stürzen die Gläser von ihrem Serviertablett in die Tiefe. Zur großen
Erheiterung der Gruppe übrigens.
Anwesenheitsliste
Jeroen vergnügt sich bestens. In schöner Regelmäßigkeit kommen Bekannte zum kurzen Plaudern vorbei. Auch ein Kommilitone ist darunter. Die beiden scherzen kurz herum, um anschließend zu diskutieren, ob sie am nächsten Tag denn überhaupt zur ersten Vorlesung gehen sollen. Es fallen Begriffe wie ‘strenge Kontrolle’ und ‘Anwesenheitsliste’. Schon bald kommen sie zu einer logischen Entscheidung. Jeroen wendet sich an den Schreiberling: ‘Ich darf doch annehmen, dass du dies nicht in deinem Beitrag erwähnst?’ fragt er argwöhnisch. ‘Nein, natürlich nicht!’ lügt dieser knallhart. Die Gruppe ist mittlerweile größer geworden, denn eine Freundin von Marlou und ihr Freund haben sich der Gesellschaft angeschlossen.
Wenn die Bedienung um ein Uhr nachts die Terrasse aufräumen will, schlägt Jeroen vor, noch kurz ins Café De Fuik in der Eerste Walstraat vorbeizuschauen. Dort ist es noch schön ruhig. Aber was wichtiger ist: Vieles ist erlaubt. Dem Barmann ist alles recht. Schwingende Lampen, Zucker in den Lichtbehältern und Rosenblätter über das ganze Café verteilt. Harmloses Vergnügen. Gegen drei Uhr ist es an der Zeit, ein paar Türen weiter zu gehen. Die Gesellschaft zieht noch durch einige weitere Kneipen, von denen dreizehn aufs Dutzend gehen. Bis in die frühen Morgenstunden feiern alle noch weiter. Es ist eine gesellige Truppe – die im Übrigen nicht mehr ganz vollständig ist: Der Schreiberling hat sein Bierglas an den Nagel gehängt und sich verdrückt.
Auch diesmal konnte er nicht mit Jeroen mithalten...




