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Ein blaugrünes Paradies

Die 21-jährige Elaine Niesink ist Erstsemesterin Pädagogik an der HAN [Hochschule von Arnheim und Nimwegen]. Sie ist unlängst aus ihrem Elternhaus in Gaanderen (in der Nähe von Doetinchem) ausgezogen und hat ein Zimmer an der Professor Bromstraat in Nimwegen bezogen. Ihr Mietpreis beträgt 227,50 Euro pro Monat.

Fertig für den Start...

‘Bahnsitze wurden nicht für meinen Rücken geschaffen’, seufzt Elaine Niesink (21) während sie sich gegen die kahle Wand ihres noch leeren Studentenzimmers lehnt. ‘Weil ich Skoliose habe, eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, kann ich nicht jeden Tag mit der Bahn fahren. Aus diesem Grund hat mir die Stichting Studenten Huisvesting Nijmegen [Stiftung für Studentenwohnraum Nimwegen] eine medizinische Dringlichkeit bescheinigt.’ Dadurch hat Elaine mit Vorrang ein Zimmer an der Professor Bromstraat in Nimwegen bekommen. 'Ich hätte mein Studium nicht anfangen können, wenn ich weiterhin in Gaanderen gelebt hätte. Ich studiere gerne und bin deshalb wahnsinnig glücklich mit meinem Zimmer.'

Während ihre Mutter im Hintergrund Eimer und Putztuch schwingt, erzählt Elaine, richtig Lust auf das Studentenleben zu haben. ‘Ich freue mich schon darauf, ganz selbstständig zu wohnen. Im Secondhandladen habe ich ‘neue’ Möbel gekauft und meine Aussteuer, komplett in Blaugrün, habe ich von Freunden zum Geburtstag geschenkt bekommen. Nur mein altes Bett kommt mit.’

Ihr Zimmer im Erdgeschoss befindet sich nur einen Steinwurf von Kapittelweg und Bahnhof Heyendaal entfernt. Ein Supermarkt und eine Kneipe sind gleich um die Ecke. ‘Ideal’, meint Elaine, ‘so habe ich nur kurze Wege.’ Die einzigartige Form ihres Zimmers gefällt Elaine am meisten. ‘Der Raum ist nicht rechteckig, sondern hat eine konische Form. Dadurch ist mein Zimmer einen Tick größer als die der anderen.’ Die Küche, das Bad, die Toilette sowie eine Waschmaschine mit Trockner teilt sie mit noch vier anderen Mitbewohnern. Elaine fürchtet sich nicht vor der ersten Nacht: ‘Das ist gerade spannend!’

...und los!

Ein Monat später: die Tür wird mit Schwung geöffnet. ‘Willkommen in meinem blaugrünen Zuhause’, lacht Elaine fröhlich. ‘Es ist so gut wie fertig, bis auf ein paar Details.’ Und tatsächlich: Die vorher so unpersönliche Bleibe sieht sehr viel wohnlicher und gemütlicher aus. ‘Die erste Nacht und der erste Morgen waren schon komisch’, erzählt Elaine. ‘Auf einmal wünscht man sich selbst ‘Gutenacht’ und ‘Gutenmorgen’ und macht man sein Frühstück ganz alleine, um es anschließend auch alleine zu essen. Aber es war nicht schlimm. Im Gegenteil, diese Freiheit ist toll!’ Obwohl schon einige Lämpchen, allerlei Krimskrams, Bücher und Wunschkarten über das Zimmer verteilt worden sind, möchte Elaine das Ganze noch etwas mehr dekorieren: ‘Ich möchte zum Beispiel noch Fotos und Poster aufhängen.’ Es stinkt ihr, dass sie die weißen Mauern nicht streichen oder tapezieren darf. ‘Das wird von der SSHN [Stiftung für Studentenwohnraum Nimwegen] untersagt. Verständlich zwar, aber schade. Ich hätte gerne eine schön gemusterte Tapete gehabt – stattdessen muss ich jetzt Poster an einer speziellen Holzleiste aufhängen. Nur darauf dürfen Nägel und Reißzwecken verwendet werden. Ach, so ist es nun mal.’

Wie es weitergehen wird, lässt Elaine auf sich zukommen. ‘Vorläufig konzentriere ich mich erst einmal auf mein Studium und ich werde meine Freiheit genießen. Ob ich mir einen Studentenjob suche, hängt von meiner körperlichen Verfassung ab. Vorerst habe ich ein Darlehen bei der IB-Groep [zentrale Studieninformationsbehörde] aufgenommen und damit komme ich prima zurecht. Ich gehe es frischen Mutes an!’

 

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