Ehrenamtliche Arbeit
Neben ihrer Arbeit bei der Suchtbetreuung und ihrem Studium SPH [sozialpäda-gogische Betreuung] möchte sich Barbie Hagebeek (36) ‘für Dinge, die in der Gesellschaft wichtig sind’ engagieren. Außer SPH-Studentin ist sie Vorstandsmitglied der Paraplufabrieken [Regenschirmfabriken], besser bekannt unter dem Namen ‘de Plu’. Warum bei ‘de Plu’? Barbie: ‘De Plu ist für mich wie ein zweites Zuhause.’
‘Mein Name ist eigentlich Barbara, aber ich habe selbst ‘Barbie’ daraus gemacht. Manchmal löst das Verwirrung aus.’ Barbie Hagebeek erzählt, wie sie einmal wegen einer Bewerbung anrief und die Rezeptionistin sie zwecks Rücksprache in der Leitung warten ließ und dabei aus Versehen vergaß, die Stummtaste zu drücken. ‘Wenn sie so aussieht, wie sie heißt, hat sie den Job’, hörte Barbie am anderen Ende der Leitung. ‘Ich habe daraufhin gestanden, dass ich mithören konnte. Die Rezeptionistin wäre am liebsten in den Boden versunken’, meint Barbie mit einem breiten Grinsen.
Barbie ist Schatzmeisterin bei den Paraplufabrieken, auch simpel ‘de Plu’ genannt. ‘De Plu ist für mich wie ein zweites Zuhause. Am Freitag hat der Plu-Pub’ ungefähr ab vier Uhr geöffnet und dann bin ich meistens dort anzutreffen. Es wohnen auch Freunde von mir dort. Der ‘Plu-Pub’ ist eine Art von Wohnzimmercafé, in dem auch regelmäßig Konzerte stattfinden. Welche Art von Musik? Die geht in Richtung Punk, Rock, Rockabilly und Hardcore. Das zieht natürlich ein bestimmtes Publikum an, aber es ist dort jeder willkommen. Das Gleiche gilt eigentlich für sämtliche Aktivitäten in ‘de
Plu’. Wenn ein Flohmarkt organisiert wird, trifft man die unterschiedlichsten Typen. Man muss echt nicht unbedingt links-alternativ sein.’
Eigensinnige Typen
Dennoch gilt das für die Vergangenheit des ‘Plu’ durchaus. Während einst alles seinen Anfang mit einem besetzten Haus nahm, ist es heute ein legales Wohn-Arbeits-Gebäude, in dem allerlei junge Unternehmer mit inspirierenden Ideen ihrer Arbeit nachgehen. Der ehemalige Fabrikkomplex beherbergt einen Friseurladen, einen Tattoo-Shop, verschiedene Ateliers, ein Fotostudio, ein kleines brasilianisch-portugiesisches Delikatessengeschäft und noch viele weitere Initiativen. Zudem wohnen hier sieben Leute.
‘Jeder, der hier wohnt oder arbeitet, zahlt eine Gebühr. Auch wird erwartet, dass man bei der Instandhaltung und bei Reparaturarbeiten mithilft. Ich gebe Menschen Geld, so dass sie loslegen können. Außer als Schatzmeisterin arbeite ich auch in der Thekenschicht im Pub und ich mache Fotos für die Website. Das ist für mich eigentlich ganz selbstverständlich. Jeder kennt auch jeden. Es sind fast alle ziemlich eigensinnige Typen, aber man wird hier einfach akzeptiert. Und die Gruppe hält fest zusammen.’
Kürzlich wurde ‘de Plu’ 25 Jahre alt und das war Grund genug für ein Fest. ‘Anfang der 90-er Jahre war ‘de Plu’ durch den Club Extravaganza berühmt, wodurch Dance einem breiteren Publikum bekannt wurde. Jetzt kennen ihn die Leute vielleicht vom Billy in Bottendaal, dem Rock ‘n’ Roll-Kneipenfestival. Trotzdem gibt es eine gewisse Hemmschwelle, einfach so hineinzugehen. Vielleicht aufgrund der kleinen Pforte, die den Eingang bildet. Die Leute haben dabei irgendwie das Gefühl, dass sie Privatgelände betreten. Aber man darf einfach hineinspazieren. Echt wahr.’
Mehr Informationen über die Paraplufabriek.




